Vortrag „Sexarbeit: Fakt und Fiktion“

 

Die Kölner Skeptiker der GWUP haben für ihr Projekt „Skeptics in the Pub“ kürzlich die Historikerin Sonja Dolinsek (menschenhandelheute.net) eingeladen. Ihr Vortrag trägt den Titel „Sexarbeit: Fakt und Fiktion“. Darin referiert sie u.a. über die Prostitutionspolitiken seit Ende des 19. Jahrhunderts, über Gründe für die Berufswahl der Prostituierten, über „Arbeit und Freiheit“ oder auch zur Thematik Menschenhandel.

Zum Inhalt:

„Im 19. Jahrhundert galt die Prostituierte als Ursache der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten, die es einzudämmen und streng zu überwachen galt. In den 1950er Jahren galten Prostituierte als psychisch „defekt“, die es galt zu reformieren und durch Umerziehung und Zwang zu „normalen“ Bürgerinnen zu transformieren. Heute diskutiert die Gesellschaft darüber, ob Sexarbeit denn überhaupt freiwillig sein kann und wie viele es denn nun wirklich „freiwillig“ tun. Eine umfassende Überwachung war damals nötig, um angeblich Geschlechtskrankheiten einzudämmen, um Kinder und Jugendliche vor den Prostituierten zu „schützen“ oder, heute, um angeblich Menschenhandel einzudämmen. Dieser kleine Exkurs in die Geschichte zeigt eines: Prostitution und – um genauer zu sein – die (weibliche) Prostituierte – war zu verschiedenen Zeitpunkt Projektionsfläche für (vermutlich) ganz andere Ängste einer Gesellschaft. In einem Exkurs zwischen Geschichte und Gegenwart wird es hier um Mythen und Konstruktionen von Prostitution gehen, die bis heute der Anerkennung von Prostituierten als gleichwertige Menschen im Wege stehen.“

Ein überaus interessanter Vortrag, der aber hier und da etwas langatmig rüber kommt. Zu lange Sprechpausen und kleine Hänger der Rednerin machen das Zuhören nicht einfacher. Der „rote Faden“ war nicht durchgängig vorhanden. Vielleicht war Dolinsek nicht ganz bei der Sache, aufgeregt oder ihre Vorbereitung hätte besser sein können. Wie dem auch sei, es kommt ja vorrangig auf den Inhalt an…

Auch dass sich die Wissenschaftler der GWUP für das Thema Sexarbeit interessieren, lässt hoffen. Die Verlinkung zum Video findet sich sogar auf dem Blog deren Dachverbandes (siehe hier). Vielleicht finden sich damit mittelfristig ein paar konstruktive Stimmen mehr auf der Pro-Seite.

Den kompletten Live-Mittschnitt kann man sich auf dem Youtube-Kanal von „Skeptics in the Pub“ anhören.

 

rmv