Liebe Sexarbeiter_innen, politisch interessierte Freier…,

am nächsten Donnerstag findet in Rostock eine offene Posiumsdiskussion zum Thema „Sexarbeit und Gewalt„ statt. Organisiert wird der Abend von der Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit „SeLA“.

„Sexarbeit und Gewalt„
Podiumsdiskussion im Rahmen der Anti-Gewalt-Woche
22. November 2018, 18 Uhr
Doberaner Str. 6 (Hinterhof), 18057 Rostock, Kröpeliner Tor-Vorstadt
Ausrichter: Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (SeLA)

„Das Thema Gewalt in der Prostitution wird häufig benutzt, um ein langfristiges Sexkaufverbot zu legitimieren. Wir wollen mit unseren Gästen über unterschiedliche Formen von Gewalt und die Viktimisierung von Sexarbeiter*innen diskutieren.“

Podiumsteilnehmer_innen:

  • Josefa Nereus Sexworker, Pressesprecher Berufsverband Sexarbeit (BesD e.V.), Hamburg
  • Dr. Cathleen Kiefert-Demuth Gleichstellungsbeauftragte, Rostock
  • Sara Blücher Zora – Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung, Schwerin
  • Andrea Winkler KPI Rostock
  • Sandra Kamitz SeLA, Rostock

Weitere Infos unter https://www.fhf-rostock.de/

 

Hintergrundinformationen

Seit 2014 beraten die Sozialarbeiterinnen Nadine Herrmann und Sandra Kamitz der Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (SeLA) Sexdienstleister*innen in der Hansestadt Rostock. Mehr als 300 Beratungen jährlich werden u.a. auch direkt an den Arbeitsorten wie Modellwohnungen und dem ErosCenter durchgeführt. Die überwiegend anonymen Beratungen sind an den vielfältigen Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen orientiert. SeLA unterstützt und begleitet parteilich Klient*innen bei Fragen zu ihrer Tätigkeit wie bspw. die rechtliche Situation durch das neue ProstituiertenSchutzGesetz, Fragen zu Sozialversicherungen und Steuerangelegenheiten, aber auch zu ganz persönlichen psycho-sozialen Anliegen. Die Unterstützungssuchenden sind vornehmlich nicht-deutsche Frauen*, die nicht in der BRD wohnhaft sind, hier aber auf selbständiger Basis eine reisende Tätigkeit ausüben.

Der niedrigschwellige Zugang zu Beratungsangeboten für Menschen mit Sprachbarrieren ist bei Ausübung der stark tabuisierten und stigmatisierten Sexarbeit besonders wichtig. Viele von SeLAs Klient*innen verheimlichen ihre Arbeit vor ihrer Familie und den Freunden aus Angst verurteilt zu werden. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung im Alltag. Der Umgang mit unterschiedlichen Diskriminierungsformen und der vielfach verbreiteten Vorstellung Prostitution finde meistens unter Zwang und Ausbeutung statt (Viktimisierung) macht es Sexarbeiter*innen zusätzlich schwer über andere Gewalterfahrungen zu sprechen.

In der Podiumsdiskussion wollen wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit unseren Gästen und dem Publikum das Thema „Gewalt und Sexarbeit“ diskutieren.

Quelle: SeLA / Frauen helfen Frauen e.V.