Zur Prostitution in Österreich, über die Arbeit von Christian Knappik von sexworker.at, über das Problem mit Hussy.io und die Frage nach mehr Sicherheit für Sexarbeiter

Die Hussy.io-Kontroverse: „Wer Sexarbeiterinnen vermittelt, macht sich der Zuhälterei schuldig“ – so der Titel der am Mittwoch veröffentlichten Reportage des österreichischen Onlinemagazins trendingtopics.at. Autor B. Kellhofer widmet sich in seiner Reportage ausführlich der Frage, was das neue Startup Hussy.io wirklich für die Rotlichtszene bedeutet und ob es hält, was es verspricht. Dazu hat er sich mit Escort „Julia“ und dem Rotlichtexperten Christian Knappik von sexworker.at zum Gespräch getroffen.

Deren gemeinsames Fazit: „Technologie löst die Probleme nicht“, „Sexarbeiterinnen sind Menschen zweiter Klasse und werden von vielen Gruppierungen missbraucht“, „für unsere Szene wäre mehr Geld für speziell geschulte Polizei, mehr Streetworker und mehr Öffentlichkeit für die Frauen“ notwendig sowie „Jedes Gesetz schadet den Frauen mehr, als es ihnen hilft.“

Die mehrseitige Reportage ist auf trendingtopics.at zu finden.

Anmerkung:
Der Autor schreibt zum Thema Gesundheitschecks: „Österreich und Griechenland sind die beiden einzigen Länder Europas, in denen es noch verpflichtende Untersuchungen gibt. In Deutschland wurde der „Bock“ schon 2001 abgeschafft.“
Das ist so zwar richtig, aber mit der seit 2017 verpflichtenden Gesundheitsberatung (ProstSchG) hat der deutsche Gesetzgeber wieder ein ganz ähnliches, zweifelhaftes Instrument ersonnen. Denn ohne den Nachweis, an den regelmäßigen „Beratungen“ teilgenommen zu haben, bekommen die hiesigen Prostituierten ebenso keine Arbeitserlaubnis. Welchen Mehrwert die Sitzungen in der Praxis haben, ist bislang indes völlig unklar. Klar ist aber das Vorhandensein möglicher Gefahren: darunter Zwangsouting, Behördenwillkür, Lücken im Datenschutz und Generalverdächtigungen.

 

rmv