Bundesjustizminister Heiko Maas erklärt sich im ARD-Morgenmagazin – Ein kläglicher Versuch

 

Das angestrebte neue Gesetz zur Zwangsprostitution steht kurz vor der Beschlussfasung. Dessen Urheber, Bundesjustizminister Heiko Maas wurde dazu heute morgen (06.04.2016) von Anke Plättner im ARD-Morgenmagazin interviewt. Und was soll man sagen: außer Augenwischerei kommt nichts. Maas hebt zwar hervor, dass man die Prostitution keinesfalls abschaffen/verbieten wolle. Ähhh… Ist er sich sicher? Wozu dann das Prostituiertenschutzgesetz? Anderes Thema…

Und was sagt er zu seinem Gesetz? Er spricht er von von kriminellen Zuhälterstrukturen, von Freiern, die wissentlich zu Zwangsprostituierten gingen. Dass Freier anhand diverser Anhaltspunkte unzweifelhaft erkennen müssen, Ob Prostituierte Opfer von Menschenhändlern sind oder nicht. Was ein Schmarrn!!! Gut, wenn ich mit vollem Unrechtsbewusstsein übers Darknet o.ä. mit Menschenhändlern um „Ware“ feilbiete, dann kann und muss ich dafür mit Freiheitsentzug bestraft werden. Aber wenn ich bspw. in einer heruntergekommenen Modellwohnung eine ausländische Hure aufsuche, die kaum deutsch spricht und auch nicht den glücklichsten Eindruck bei meinem Besuch macht, dann sind sind das KEINE Beweise für eine Zwangslage der Frau! Ich kann doch anhand eines Blickes auf die Nasenspitze nicht erkennen warum die Sexarbeiterin Sexarbeiterin ist! Was soll der Quatsch? Genau mit so einer Denke werden Prostituierte und Freier gleichermaßen pauschal stigmatisiert: Frauen persé als Opfer und Männer als Täter vorverurteilt. Sexarbeit wird so schleichend weiter verunglimpft. Wie war das noch gleich mit „Prostitution soll nicht verboten werden“?

Auf die Frage der Moderatorin, warum die Justiz – wenn sie doch die „speziellen Räume in denen Zwangsprostitution stattfindet“, kenne – nicht von sich aus einschreitet; warum erst über die Freier ermittelt wird, weicht der Minister aus und palabert schwammig was über Menschenhandel, Arbeitsausbeutung etc. im Allgemeinen.

Der Gesetzentwurf ist übrigens nirgens veröffentlicht. Wohl mit Vorsatz. Am Ende würde dieser noch verrissen werden…

 

Fernsehinterviews hier:

Das Interview ist auf tagesschau.de zu sehen. Siehe hier.

Ebenso ein anderthalb minütiger Bericht „Änderungen im Umgang mit Zwangsprostitution in der Diskussion„.

Auf der Seite findet sich übrigens auch ein Interview (siehe hier) mit einer unserer „Lieblings“-Prostitutionsgegnerinnen: Sabine Constabel. Die erste Minute kann man sich Anschauen. C. erklärt wie realitätsfern das Gesetz ist aber dann wird’s gruselig. Da lügt die Sozialarbeiterin doch unverholen, dass „Prostitution im Alltag und in der Realität nicht von Zwangsprostitution zu trennen“ sei, beides ineinander greife. Echt mal, lügen, stigmatisieren und kriminalisieren, dass kann sie.

 

rmv