Spaniens Arbeitsministerin hält nichts von Arbeiterrechte für Prostituierte

In Spanien ist die Lage der Sexarbeiterinnen verzwickt – freundlich gesagt. Wie auch anderswo in Europa gibt es mehrere Lager zwischen tiefster Abneigung und uneingeschränkter Beführwortung der Prostitution. Doch der Gesetzgeber hat das Thema lange Zeit nicht wirklich beachtet. So ist Prostitution gesetzlich nicht explizit geregelt aber weitgehend toleriert.

Dass nun eine „Organisation von Sexualarbeiterinnen“ ihre rechtliche Zulassung vom Arbeitsministerium erhielt, scheint ein bürokratisches Versehen gewesen zu sein. So liest es sich jedenfalls in einem aktuellen Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers (siehe hier). Für die beteiligten Gewerkschafterinnen ist es ein zu Recht erfreulicher Erfolg. Für die neue spanische Arbeitsministerin Magdalena Valerio hingegen ein unfassbares Ärgernis. Wie der Stadtanzeiger berichtet, habe Valerio das als „eines der größten Ärgernisse meines politischen Lebens“ bezeichnet.

Unfassbar ist hier aber was ganz anderes. Nämlich dass eine Frau, die von sich selbst sagt, sie sei Feministin, aus Sexualhass anderen Menschen ihre Rechte abzusprechen versucht. Valerios Gegenspielerin, die Sprecherin der Prostituiertengewerkschaft, Concha Borrell, ekennt ganz richtig: „Der abolitionistische Feminismus trägt einen moralinen, aus den Eingeweiden kommenden Hass gegen die Sexualarbeiterinnen in sich.“

Naja, ein solches Theater kennen wir ja auch aus dem Deutssprachigen Raum. Vor allem halten sich die christlich konservativen Parteien selten an humanistische und uneingeschränkten fiministische Werte. À la „Wir wollen gleiche Rechte für alle, aber…!“

 

rde