Streaming von Pornofilmen: Anwaltskanzlei verschickt Abmahnungen

11/12/2013 | 11:19 Uhr

Verbraucherzentralen geben Rat und Auskunft

Wer Pornos im Netz anschaut, hat dieser Tage vielleicht schon Post bekommen… Darüber informieren auch die deutschen Verbraucherzentralen. So wurden von einer Regensburger Anwaltskanzlei massenhaft Abmahnungen inklusive Unterlassungserklärungen an „redtube.com“-Nutzer versandt. Die Rechtsanwälte Urmann & Collegen behaupten in ihren Schreiben, der Adressat habe durch das Streaming eines Pornofilms über die Plattform redtube.com Urheberrechte verletz.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern sagt hierzu: „In rechtlicher Hinsicht dürfte die Abmahnung angreifbar sein, da nach wie vor fraglich sein dürfte, ob durch das Streaming tatsächlich Urheberrechte verletzt werden. Denn das ist bislang rechtlich umstritten und noch nicht höchstrichterlich geklärt.“

Weiterhin wird Betroffenen empfohlen, die beigefügte Unterlassungserklärung nicht zu unterschreiben und sich unbedingt beraten zu lassen. „Sie sollten versuchen, eine Fristverlängerung zu erwirken, da die Zeiträume für ein Reagieren sehr kurz bemessen sind. Außerdem sollten Streaming-Nutzer den geforderten Betrag nicht zahlen“, betonen die Verbraucherschützer.

Trittbrettfahrer versuchen Kasse zu machen

Nicht überraschend, dass auch Trittbrettfahrer auf den Abmahn-Zug aufspringen. Erste E-Mails mit Zip-Anhang, die angeblich von den Rechtsanwälten U+C stammen sollen, befinden sich bereits im Umlauf. Laut Verbraucherzentrale sollen diese eine sehr detaillierte Beschreibung des angeblichen Vergehens, allerdings mit einem zukünftigen Datum im Dezember, sowie eine Kostenaufstellung an den Verbraucher enthalten. „Am Ende folgt der Hinweis, dass die Beweise sowie die Konto- und Kontaktdaten der angehängten zip-Datei entnommen werden sollen. Diese zip-Dateien sollten keineswegs geöffnet werden, da davon auszugehen ist, dass sich im Anhang Schadprogramme befinden. Auf diese E-Mail muss nicht reagiert werden, sie kann unbesehen gelöscht werden“, warnt die Mecklenburg-Vorpommersche Beratungsstelle.

rmv