Kann mal jemand die Emma wegen Verläumdung anzeigen?

13/08/2015 | 16:01 Uhr

Oder: Wie der lobenswerte Schritt von Amnesty International schändlichst in den Dreck gezogen wird.

 

War ja zu erwarten, dass sich die EMMA hinsichtlich der Erklärung von Amnesty Internatinal zu Wort melden wird. Auch, dass wieder allerhand grober Unfug zu lesen ist. Und so ist es natürlich gekommen – siehe Emma.de. Darunter wieder Verlautbarungen die scharf an der Grenze zur Verläumdung sind. Die bekannten Falschbehautungen mit inbegriffen.

So schreibt die Autorin am 12. August 2015:

„Das ist das unrühmliche Ende einer Menschenrechts-Organisation“

Oha, bei Emma macht man ja Prognosen…

 

„Durch die geforderte Nicht-Verfolgung von Frauenhändlern, Zuhältern und Bordellbetreibern liefert ai die Frauen in der Prostitution nur noch stärker aus.“

Was ein Scheiß! Wieder einmal werden Menschenhändler mit Bordellbetreibern gleichgesetzt. (Ergo sind auch Bauunternehmer und Menschenhändler das Gleiche!?) Außerdem entspricht dieser Satz überhaupt nicht dem Anliegen von Amnesty.

 

„Amnesty tritt „für die Legalisierung der Organisation der Sexarbeit“ ein.

Häh? An dieser Stelle wird „Organisation der Sexarbeit“ von Seiten der EMMA als Amnesti-Zitat kenntlich gemacht. Nur ist diese angebliche Aussage frei erfunden. Außerdem: was bitte soll jene „Organisation der Sexarbeit“ sein?

 

„Die Menschenrechtsorganisation […] will ausgerechnet diejenigen, die Milliarden an dem Handel mit Frauen verdienen, vor Bestrafung schützen.“

Hatten wir bereits. Amnesty International unterstütz keinen „Handel mit Frauen“. Steht auch nicht ansatzweise in deren Erklärung. Das nennt man mal Verläumdung…

 

„Auch in dem Geschäft von Frauenhandel & Prostitution – beide untrennbar miteinander verbunden und für seine Betreiber einträglicher als der Waffen- und Drogenhandel – schlägt die einst zum Schutz politischer Gefangener gegründete Organisation sich jetzt auf die Seite der Täter.“

Ein klarer Fall von Verläumdung! Ist aber Verständlich, da man bei EMMA ja schließlich Bordellbetreiber, Freier und Co. als Straftäter betrachtet. Im Satz befindet sich aber noch eine andere, nicht zum ersten mal publizierte Erfindung/Falschaussage. Nämlich jene wonach jene nicht näher benannten „Betreiber“ aus dem Rotlichtmilieu mit „Frauenhandel & Prostitution“ (wie die EMMA nicht müde wird zu behaupten: „untrennbar miteinander verbunden“) mehr verdienen als Waffen- und Drogenhandel. Für diese Behauptung liefern die Autoren weder Details oder Zahlen noch Quellen. Was ein Bullshit. Nichts weiter als Meinungsmache.

 

„Amnesty setzt sich im Bereich der „Weißen Sklaverei“ (wie die Prostitution international genannt wird) nicht etwa für die Opfer ein, sondern für die Täter.“

Das sagte EMMA bereits mehrmals, nur immer wieder mit anderen Worten. Man muss eine Aussage nur häufig genug machen, damit diese sich in den Köpfen festsetzt. Dann ist es auch ganz egal ob diese richtig ist oder nicht. Das Prostitution international „Weiße Sklaverei“ genannt wird, entspricht übrigens ebenfalls nicht der Wahrheit. Zum Begriff informiert „Menschenhandel heute“ z.B. in den Artikeln „White Slavery – ein Begriff mit problematischen Implikationen“ und „Sex-Sklaven und der Überwachungsstaat. Warum “Menschenhandel” ein gefährlicher Begriff ist“.

 

Eine weitere Frechheit von EMMA:

Die zuständige Redakteurin/Autorin hat das selbe Artikelbild (worauf eine Prostituierte mit dem Spruch „Safety for Sexworkers“ demonstriert) genutzt wie Amnesty International. Noch dazu ohne Angabe des Bildautors bzw. des Rechteinhabers (in diesem Fall Getty Immages). Also verstößt man bei EMMA auch gegen Lizenzrechte?

 

Kritik neuerdings auf Emma.de erlaubt?

Was mich erstaunt hat, ist, dass im Kommentarbereich sogar einige sehr kritische Stimmen zum EMMA-Beitrag veröffentlicht wurden. Zumindest wurden sie bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gelöscht, wie es eigentlich sonst geschieht. Hatten wir in der Vergangenheit selbst erfaren und die oft ausschließlichen Lobhudeleien und Pro-Stimmen sprechen auch für diese Annahme. Siehe dazu auch die Beiträge „EMMAs „Wertarbeit“: Ein Rückblick aus aktuellem Anlass“ und „Alices Kampf für Erwerbstätige aber gegen das Gewerbe“. Im ersten der beiden Texte kann man überdies lesen, wie die EMMA beinahe pathologisch gegen journalistische Grundsätze verstößt.

 

Ein sinnvoller Beitrag zur Entscheidung der Amnesty-Delegierten ist übrigens u.a. auf menschenhandelheute.net zu finden.

 

rmv