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  • 02/12/2016 - NDR berichtet über Sexarbeit in Schleswig Holstein

    Am heutigen Freitag hat der NDR einen Artikel von Jörn Schaar unter dem Titel „Streit um Schutz für Prostituierte“ veröffentlicht. Thema ist vordergründig die Gesetzeslage zur Sexarbeit aber ebenso Frauenhandel, Ausbeutung und Gewalt am Beispiel Schleswig Holstein. Obwohl ich mal wieder finde, dass zu sehr eine Vermischung von Menschenhandel und Sexarbeit stattfindet, ist der Artikel insgesamt aber in Ordnung. So geht der Autor auch auf die durch das kommende ProstSchG nahenden Datenschutz- und Grundrechtsverletzungen sowie die zu erwartenden Zwangsoutings und Stigmatisierungen ein. Auch wenn er dabei nur an der Oberfläche der Problematik kratzt…

    Der Ganze Text sowie ein kurzer Audiobeitrag ist über folgenden Link zu erreichen:
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Streit-um-Schutz-fuer-Prostituierte,prostituiertenschutzgesetz100.html

  • 30/11/2016 - Am 01. Dezember ist Welt-AIDS-Tag

    „Positiv zusammen leben“ – gegen Ausgrenzung und für mehr Solidarität

     

    Weltweit leben etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind es in Deutschland 85.000. Etwa 30.000 Menschen sind seit Anfang der 1980er Jahre in der Bundesrepublik an den Folgen von AIDS gestorben. Das es nicht noch viel mehr sind, ist im Besonderen auch der Forschung, der immer besseren Medikation und der zahlreichen Aufklärungskampagnen zu verdanken.

    Doch obwohl das Humane Immundefizienz-Virus sowie das Acquired Immune Deficiency Syndrome so gut erforscht sind, kursieren zahlreiche Vorurteile und Halbwahrheiten umher. Betroffene bzw. erkrankte werden noch immer mit Stigmatisierungen und Ausgrenzungen konfrontiert. Um hier präventiv einzugreifen, sind Maßnahmen sowohl für Jugendlichen als auch für volljährige Bundesbürger erforderlich. In Deutschland setzen sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung mit einer gemeinsamen Kampagne für dieses gesellschaftsrelevante Thema ein. Höhepunkt ist der Welt-AIDS-Tag, am 01. Dezember.

    Unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ soll die diesjährige Kampagne gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV aufmerksam machen. Sie will Solidarität fördern und Mut machen.

     

    Mehr Informationen zu HIV/ AIDS unter:

    https://www.welt-aids-tag.de/
    www.liebesleben.de

    Facebook: https://www.facebook.com/WeltAidsTag) und
    Twitter: @weltaidstag.de

     

    Auch in MV informieren am morgigen Donnerstag wieder verschiedene Beratungsstellen rund ums Thema. Unter anderem sind das:

     

    Wismar
    Die AIDS-Hilfe Westmecklenburg bietet von
    9 – 12 Uhr Beratung zu Sexualität, HIV und AIDS, Geschlechtskrankheiten
    15 – 17:30 Uhr Anonyme HIV-Schnelltests
    15 – 18 Uhr einen Informationsstand am Rathaus: „Wismar zeigt Schleife“
    In den frühen Abendstunden wird eine große AIDS-Schleife aus Stoff und Lichtern in der Fußgängerzone nachgebildet. Sie soll das Bewusstsein für die noch immer tödliche Infektion wecken. Die AIDS-Schleife ist das Zeichen der Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS. Sie symbolisiert die Verbundenheit mit den mit HIV Infizierten, den bereits an AIDS Erkrankten und denen die in Folge der Infektion verstorbenen sind. Sie steht als internationales Zeichen für den Kampf gegen HIV und AIDS.“

     

    Schwerin
    Die AIDS-Hilfe Westmecklenburg bietet von
    9 – 12 Uhr Beratung zu Sexualität, HIV und AIDS, Geschlechtskrankheiten

    Der Klub Einblick e.V. ist ab
    16 Uhr mit einem Informationsstand auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt vor der alten Post vertreten.

     

    Rostock
    Angebot der Beratungsstelle für sexuelle übertragbare Infektionen und AIDS des Gesundheitsamtes Rostock:
    Beratung zu STI sowie kostenlose und anonyme HIV-Antikörpertests

     

    Eine Übersicht über MVs Beratungsstellen findes Du hier:

    http://www.rotlicht-weblog.de/krankheit-psychische-probleme-gewalt-existenzsicherung-wo-bekomme-ich-hilfe/

     

    rmv

  • 24/11/2016 - Greifswalder CDU mit gestrigem Sexualverständnis

    Lokalpolitiker stoßen sich an Anti-Aids-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

     

    Am vergangenen Dienstag hat die Greifswalder CDU-Bürgerschaftsfraktion einen offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe veröffentlicht. Darin beschweren sich die Christdemokraten gegen eine Plakataktion zur Aids- und HIV-Prävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie das Nichthandeln des Greifswalder Bürgermeisters. So wären auf den Plakaten obszöne Comics abgebildet, die durch eine Darstellung „pornografisch akrobatischer“ Handlungen entwicklungsschädigend für Kinder und Heranwachsende seien.

    Unter anderem heißt es in dem Brief:

    „Darstellungen in dieser Form widersprechen einem altersabhängigen Verständnis in der Entwicklung von Kindern und senken die Schwelle der Heranwachsenden für Pornographie und Umgang zu diesem Themenkreis unter einander.“

    „Die Darstellung von zwei unbekleideten Menschen, die auf einem Nachttisch offensichtlich kopulieren, hat im öffentlichen Raum (Weg zum Kindergarten, Schulweg, Spielplatz usw.) nichts zu suchen. Wir halten daher ein Eingreifen des Oberbürgermeisters als Ordnungsbehörde für angezeigt, da durch die öffentliche Darstellung der Sexszenen eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 119 Abs. 3 OWiG gegeben ist.“

    sowie

    „In dieser Comicform stellen die Plakate auch eine Verharmlosung der Aids-Erkrankung und der HIV-Infektion dar. Die Aids-Krankheit stellt noch in vielen Ländern ein Todesurteil dar und ist auch in Deutschland nicht heilbar. Aids –Prävention muss der Ernsthaftigkeit dieses Thema und dem Schicksal der Betroffenen gerecht werden, sie ist damit keine Spaßthematik.“

    Aber was ist denn nun wirklich auf den Plakaten der „LIEBESLEBEN-Kampagne“, wie sie offiziell heißt, abgebildet? Seht einfach selbst: http://www.liebesleben.de/ oder http://www.bzga.de/infomaterialien/?sid=349

    Ich will die Comics jetzt gar nicht groß analysieren. Nur was daran pornografisch sein soll, erschließt sich mir einfach nicht. Weder sind dort Geschlechtsteile abgebildet (nicht einmal Brüste kann man sehen) noch ist dies in irgendeiner Weise irritierend bzw. entwicklungsschädigend für Kinder. Ich kann auch einfach nicht erkennen, was daran grob anstößig sein soll. Wo bitte leben wir denn? Im Mittelalter?

    Das einzige was ein 5-Jähriger hier fragen/sagen würde, ist: „Guck mal: ein Nackedei“. Letztendlich gehen Kinder einfach daran vorbei oder Lachen, weil die karikierten Menschen so große Augen haben. Ganz ehrlich, wenn den offenen Brief, wie geschehen, auch ein Kinderarzt unterschreibt, dann frag ich mich, in welchem Universum der lebt. Ich habe eher erhebliche Zweifel an Hernn Dr. Balkes Fähigkeit zum Verständnis über die geistige und sexuelle Entwicklung von Kindern. Leider steht die CDU mit ihrer „Kritik“ nicht alleine. Im Netz tummeln sich bereits etliche Beschwerden und Kommentare in pseudomoralischer Form. Da wird die Kampagne als vulgär, geschmacklos, unverschämt… und die Comics u.a. als „dreckige Sex-Zeichnungen“ bezeichnet.

    Gewalt ja, Brüste nein

     

    Und der zweite Vorwurf, die Comics seien in Bezug auf Aids und HIV verharmlosend, ist nicht minder albern. Kann es sein, dass die in der Zeit stehen gebliebenen Greifswalder Christdemokraten zum Lachen in den Keller gehen? Kann es sein, das sie Karikaturen, Comics, Cartoons und Co. als Stilmittel einfach nicht verstehen? Mitnichten tun Comics das abgebildete Thema als „Spaßthematik“ ab. Und seit wann darf man über ernste Themen nicht lachen bzw. schmunzeln? Was kommt als nächstes? Vielleicht ein Verbot von Mohammed- oder Papst-Karrikaturen aufgrund der aktuellen Religionsdebatte? Eine Untersagung, dass der bekannte „Nichtlustig“-Zeichner seine Comics vom „Tod“ nicht weiterführen darf? Was ist mit dem Comedian Chriss Tall, muss er demnächst auf seine Witze über Behinderte verzichten, weil einige CDUler die dahinter stehende Intention nicht verstehen? Müssen ernste Themen ausschließlich mit böser oder trauernder Mine angegangen werden?

    Gehört sexuelle Aufklärung abgeschafft? Wenn es nach den Lokalpolitikern Hochschild, Balke und Co. oder all den Meinungsmache betreibenden Hobbymoralisten gehen würde, wohl Ja. Oswald Kolle, Alfred Charles Kinsey, Erika Berger… würden sich im Grabe umdrehen.

    Ja es ist genau so wie in der aktuellen Facebook-Debatte, wonach das Portal keine Veröffentlichung von Brüsten zulässt. Aber Hetze, Rechte Propaganda, Aufrufe zur Selbstjustiz erlaubt sind. Wo greift da der Schutz der Kinder? Wo wird auf die Entwicklung von Minderjährigen geachtet, in all den Darstellungen das momentanen Zombie-Hypes. Blutverschmierte „Helden“ mit jeglicher Art von Tötungsgerät durch die Lande streifend schlachten sich durch Reihen von Monstern. In zahlreichen Mangas und Comics ohne Altersbeschränkung werden Gewalt und Schwarz-Weiß-Denken verharmlost. All das ist OK. Aber zwei „turnende“ Zeichentrickmänner, bei dehnen nur Jugendliche und Erwachsene die sexuelle Andeutung erkennen, sind obszön. Ich verstehe…

     

    Sehr geehrte Greifswalder CDU-Bürgerschaftsfraktion,

    Holt mal die Stöcker aus euren Ä…!

     

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  • 17/11/2016 - Menschenhandel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Prostituierte

    Sie nennt sich Schwesta Ewa und mach seit einigen Jahren als Rapperin auf sich Aufmerksam – die 32-jährige Frankfurterin Ewa Müller. Nun sitzt die gebürtige Polin in U-Haft. Der Vorwurf: sie soll mehrere weibliche Fans wirtschaftlich abhängig gemacht und dann in die Prostitution geschickt haben. Laut Medienberichten seien die Opfer zwischen 17 und 19 Jahre alt. Da sich bisher alle Medien auf Informationen der BILD berufen, sollte man in der Sachlage noch etwas Vorsicht walten lassen. Menschenhandel ist schließlich eine ernst zu nehmende Straftat. Und BILD und Ernsthaftigkeit. Ich weiß ja nicht.

    Dennoch, Schwesta Ewa ist keine Unbescholtene bzw. Millieufremde. Selbst verdingte sie sich über 10 Jahre lang als Prostituierte vor allem in Frankfurt am Main. Über den Anfang ihrer Millieu-Arbeit gibt es allerdings widersprüchliche Informationen. So erzählt sie in manchen Interviews, schon mit 16 begonnen zu haben. In Anderen erklärt sie, sich erst seit ihrer Volljährigkeit zu prostituieren. Gegenüber Hiphop.de erklärte sie gar, dass sie als Minderjährige zwei Freundinnen für sich arbeiten lassen hat. Sie war also selbst schon einmal Zuhälter? Angeblich habe sie deswegen in Kopenhagen in Haft gesessen.

    Ewa machte wegen Drogenbesitzes und -verkaufs in ihrer Schulzeit von sich reden, war Jahrelang abhängig. In Familie und Umfeld gab es wenig Geborgenheit. Ihr Vater kam schon vor ihrer Geburt wegen Mordes ins Gefängnis. Auch ihr Bruder saß bereits eine Haftstrafe ab. In Frankfurt musste sie, wie sie es auch in ihren Liedern besingt, einiges Leid durch kriminelle Freier erfahren. Ihr Bekanntschaften taten im Laufe der folgenden Jahren das Übrige. Darunter ihr Platten-Boss Xatar, der u.a. wegen Raubes, Körperverletzung und Jugendgefährdung verurteilt wurde.

    Schwesta EWA schlägt selbst auch gerne zu. Anfang 2015 geriet sie wegen einer Prügelattacke in die Schlagzeilen. Und jeder konnte es sehen, denn ein Kamerateam von „Spiegel TV“ hatte den Eklat mit der Kamera festgehalten. Aber auch schon vorher wurde eine Handgreiflichkeit öffentlich. Bei einem Konzert 2014 schlug sie einem Fan ins Gesicht.
    Während eines Interview für allgood.de erzählte sie: „Wenn ein Typ an meinem Puffzimmer vorbeigelaufen ist und blöd gelacht hat, wenn ein Typ auch nur ein bisschen unsympathisch war, dann war ich sofort auf 180 und hatte Lust, den zu schlagen. Ich hab einfach gemerkt, dass ich irgendwann richtig pingelig und aggressiv geworden bin.“
    Eine Antiagressionstherapie wär vielleicht das Richtige für sie…

    Persönlich kommt mir die Person Ewa Müller aka Schwesta Ewa etwas suspekt vor. Auf der einen Seite kommt die ziehrliche, attraktive Brünette mit dem auffälligen Ganzkörper-Tattoo in Interwies und Grächen mit der Presse höflich und zurückhaltend daher. Sie nimmt zwar kein Blatt vor den Mund und urteilt schon mal vorschnell und unbedacht. Aber ihr Alter Ego erwartet man dennoch nicht. Die Rapperin und Mediengestalt Schwesta Ewa bedient sich in ihren Songs einer derben, verrohenden und obszönen Sprache und verbreitet fleißig zahlreiche Klischees und Stereotypen. Sie stellt sie sich selbst aber als Pendant eines machohaften und selbstverliebten Gangsterrappers dar. In ihren Musikvideos sind Frauen weit entfernt von einer weiblichen Emanzipation.
    Und als was betrachtet sich Schwesta Ewa selbst. Absolut keine Ahnung. Viele ihrer Fotos bilden ausschließlich ihr Hinterteil ab, meist in engen Hosen oder im Tanga. Auf Facebook und Instagram sieht man sie immer wieder zusammen mit posenden Männern, die vor Selbstverliebtheit und Narzissmus kaum zu überbieten scheinen. Ewa selbst steht indessen sehr zurückhaltend, beinahe immer in gleicher Pose daneben. Als wäre sie schmückendes Beiwerk.

    Nach Durchsicht etlicher Interviews, Kommentare, Videos etc. macht es für mich den Einduck, dass die 32-Jährige gerne ein bürgerliches Leben hätte, sie auf der Suche nach ihrem bescheidenen Ich wäre. Was sie aber nicht zu finden vermag. Am Ende ist sie Produkt ihrer Vergangenheit, ihres dubiosen Umfeldes, ihrer „Musik“ und ihrer eigenen Vorurteile. Da scheinen die nun aufgekommenden gar nicht mal so abwegig. Ob es sich dabei, sollten sich die Verdächtigungen erhärten, allerdings um Menschenhandel oder doch „nur“ Zuhältererei handelt, bleibt abzuwarten.

     

    rmv

  • 16/11/2016 - Ein Verlagshaus auf AO-Trip

    Morgenpost Sachsen GmbH hält nichts von HIV-Prävention

     

    Gleich mal klargestellt: hier soll keine Negativkampagne gegen einen Konkurrenten gemacht werden. Meine Intention ist einzig Kritik zu äußern, an einer leichtfertigen, mir suspekten und bald schon strafbaren Werbemaßnahme.

    Dann los… Allein schon aus marktstrategischen Gründen, schauen wir uns regelmäßig die Websites der Mitbewerber in der Erotikportal-Landschaft an. Immerhin will man ja konkurrenzfähig sein und bleiben. So kam es, das wir auf der der Seite liebe24.de landeten. Interessant dabei: „Liebe24 – Dein Erotikportal Escorts, Hostessen & Hobbyhuren“ ist ein Angebot der Morgenpost Sachsen GmbH, welche wiederum zur DDV Mediengruppe gehört. Prestigeprojekt der DDV ist übrigens die Sächsische Zeitung. Aber zurück zu Liebe24 und hin zur Beanstandung.

    Nettes Portal, schöne Frauen, tolle Fotos und dann das: AO-Inserate, heißt Werbeanzeigen von Frauen, die ungeschützten Sex anbieten. Ja!, sollen sie doch selber wissen, wie sie mit ihrer Gesundheit umgehen. Ob sie sich der Gefahr aussetzen, sich mit Geschlechtskrankheiten zu infizieren, ist ihre Sache. Leichtsinnig und blauäugig ist es aber dennoch. Immerhin steht man ja auch in der Verantwortung gegenüber seinen Sexualpartnern. Und mit HIV, Syphilis, Tripper und Co. ist nicht zu Spaßen. Jetzt mag der eine oder andere vielleicht sagen, auf Rotlicht-MV.de gibt es sowas ja auch. Nicht ganz. Wir haben uns dazu entschieden, keinen Sex ohne Schutz zu bewerben. Was die Frauen dann allerdings in ihren vier Wänden treiben, ist ihre Sache. Das können und wollen wir ihnen nicht vorgeben. Allerdings findet man bei uns ab und zu Inserate mit Angeboten zum Oralverkehr ohne Gummi. Mehr nicht! Ja, auch da besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr sich zu infizieren, das wissen wir. Französisch natur findet man bei uns auch nicht mehr lange…

    Warum die Betreiber von Liebe24 AO-Verkehr bewerben, weiß ich nicht. Letztendlich sind solche Inserate gesetzlich nicht verboten. Zumindest noch nicht! Ab Juli 2017 ist damit Schluss, dann gilt das neue ProstSchG.
    Wir erinnern uns an dieser Stelle noch mal, dass der Liebe-24-Betreiber die Morgenpost Sachsen GmbH und damit die DDV Mediengruppe ist. Dass ist insoweit interessant, da für gewöhnlich deutschlandweit fast alle Anzeigenblätter strenge Regularien für Erotikanzeigen haben. So sind einerseits etliche Begriffe Tabu und insbesondere AO-Anzeigen. Nicht aber bei der Morgenpost Sachsen. Denn neben besagtem Onlineportal wird man in deren Printanzeigen schnell fündig, was „gummifreie“ Annoncen betrifft. Mit inbegriffen: Vokabular, das den einen oder anderen Jugendschützer hellhörig werden lassen müsste. Da haben wir selbst schon wegen Geringerem einen Verweis einstecken dürfen… . Hält man in Dresden also nichts von HIV-Prävention? Schließlich bewirbt man mit derlei Anzeigen ja genau das Gegenteil. Wer weiß.

    Neben den ganzen AO-Angeboten hab ich dann auf der Morgenpostdomain tag24.de folgende Schlagzeile (zugegeben in billigster Polemik) gefunden: „Schock-Studie! Jeder dritte Jugendliche hat Sex ohne Verhütung“. Ungeschützter Sex sei ein „enormes Risiko“, „schließlich sind Kondome der beste Weg, sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen“, heißt es in dem insgesamt unaussagekräftigen Artikel. Aha! Sex ohne Gummi ist also ein enormes Risiko. Doch irgendwie nehm ich es dem Blatt nicht ganz ab. Das ist doch genauso idiotisch wie bei der BILD. Die positioniert sich zum Thema Prostitution und Co. auch jedes mal so, wie es der Kaffeesatz voraussagt. Und das Dresdner Druck- und Verlagshaus machts nach. Mit der moralkeule proklamieren, dass Sex ohne Gummi gefährlich ist aber dennoch „Alles Ohne“ munter in den eigenen Anzeigenblättern und Onlineportalen bewerben. Glaubwürdig ist sowas nicht.

    Liebe Freier und Sexworker/innen: Ein Verbot von ungeschützem Geschlechtsverkehr, wie es das ProstSchG vorsieht, ist Quatsch, dass wissen wir alle. Aber denkt doch bitte an euch selbst und eure Sexualpartner. Mit den Worten der Deutschen Aids-Hilfe: „Kondome schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Infektionen wie Syphilis, Tripper, Hepatitis B und C.“

    Mehr Interessantes zum Thema könnt ihr in unserem Weblog lesen: bitte hier oder hier entlang.

     

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